Externe Festplatten

Externe Festplatten sind mittlerweile aus keiner Büroschublade mehr wegzudenken. Zu Recht! Egal, ob die Kapazität des internen Speichers zu gering wird, man wieder einmal die Urlaubsfotos vom letzten Jahr archivieren möchte oder ein Back-Up der wichtigsten Daten dringend notwendig ist: Externe Festplatten erweitern den Speicherplatz Ihres PCs, Notebooks oder auch der Konsole schnell und einfach um ein Vielfaches. Damit Sie genau die richtige Festplatte für Ihre Bedürfnisse finden, gehen wir im Folgenden etwas näher auf die Eigenschaften, Technologien und weitere, wissenswerte Fakten ein.

 

Unser Leitfaden

 

 

Die Kenngrößen einer Festplatte im Überblick

Bei der Vielzahl verschiedener Festplatten, die es auf dem Markt gibt, ist es nicht leicht, eine Festplatte zu finden, die genau den persönlichen Ansprüchen entspricht. Daher ist es wichtig, einige der wichtigen Kenngrößen einer Festplatte zu kennen, bevor die Entscheidung für ein bestimmtes Modell fällt.

Laufwerktyp

Der Laufwerktyp ist eine Größe, die in Zoll oder Inch angegeben wird und bezieht sich auf die Größe der Festplatte. Je kleiner die Zahl, desto kleiner auch die Platte. Diese Kenngröße lässt allerdings nicht auf die Speicherkapazität schließen – meist jedoch auf die Stromversorgung der Festplatte. Gängig sind 1,8 Zoll-Festplatten, 2,5 Zoll-Festplatten sowie 3,5 Zoll-Festplatten.

Stromversorgung

Die Stromversorgung ist ein weiterer, wichtiger Punkt bei der Festplattenauswahl. Eine 3,5“-Festplatte muss meist extern versorgt werden. Das bedeutet, dass sie, neben der Schnittstelle für die Datenübertragung, zusätzlich über ein Netzteil verfügt, das an eine Steckdose angeschlossen werden muss. Sie sind also nur bedingt für den Einsatz unterwegs geeignet. Kleinere Festplatten beziehen ihren Strom hingegen meist über die USB-Schnittstelle, über welche auch die Daten übertragen werden. Mit der wachsenden Verwendung von Thunderbolt 3 bzw. USB-C gibt es auch Festplatten, die diese Technologie unterstützen.

Festplatten-Typ

Der Festplatten-Typ ist nicht zu verwechseln mit dem Laufwerktyp, denn diese Kenngröße gibt an, mit Hilfe welcher Technologie das Speichermedium Daten abspeichert. Am gebräuchlichsten sind die beiden Nachfolgenden Festplatten-Typen:

  • Eine HDD (Hard Disk Drive) speichert Daten auf die Oberfläche einer rotierenden Scheibe. Der Lese-Schreibkopf magnetisiert die Scheibenoberfläche für die Speicherung; zum Lesen wird diese Schicht abgetastet. Da auf Grund der mechanischen Bauweise der Lese-Schreibkopf für jeden Vorgang zu der entsprechenden Stelle auf der Platte bewegt werden muss, ist sie langsamer als ein Halbleiterspeicher. Ebenso sind diese Festplatten, wegen der mechanischen Bauteile, deutlich stoßanfälliger. Schlägt der Lese-Schreibkopf, beispielsweise durch einen Sturz, auf die Scheibe, kann dies zu irreparablen Schäden der Festplatte führen.
    Dafür ist eine HDD jedoch deutlich preisgünstiger.
  • Eine SSD (Solid State Drive) ist keine mechanische Festplatte: Hier werden die Daten durch die Halbleitertechnik gespeichert, die Sie beispielsweise vom USB-Stick kennen. Deshalb ist die SSD, genau genommen, auch keine Festplatte - wird aber in der Regel so bezeichnet, um den Begriff an die bisherige Technologie anzulehnen. Da hier keine mechanischen Bauteile bewegt werden müssen und beschädigt werden können ist die SSD schneller und weniger stoßanfällig. Dafür ist eine SSD bei gleicher Speicherkapazität deutlich teurer als eine HDD.

Datenrate

Die Datenrate, auch Datenübertragungsrate genannt, besagt, wie schnell Daten übertragen werden können. Dabei wird die Anzahl der Bit meistens in Gigabit (Milliarden) oder Megabit (Million) angegeben; das Zeitintervall beträgt meist eine Sekunde. Je größer diese Zahl ist, desto schneller überträgt die Festplatte Ihre Daten. Die Datenübertragungsrate lässt sich meist grob mit Hilfe der Schnittstelle und dem Festplattentypen einschätzen, die genaue Größe können Sie dem Datenblatt entnehmen. Als Faustregel gilt, dass eine SSD schneller ist als eine HDD. USB 3.0 oder USB 3.1 überträgt Daten zügiger als USB 2.0. Je schneller die Festplatte Daten überträgt, desto teurer ist sie.

Schnittstelle

Die Schnittstelle der Festplatte besagt, mit welchem Anschluss Sie Ihre Festplatte mit dem Endgerät verbinden können. Gängige Schnittstellen sind:

  • USB 2.0 sowie USB 3.0, wobei letzteres eine signifikant höhere Datenübertragung ermöglicht
  • Thunderbolt 3
  • USB C
  • WIFI

Sicherheit

Eine weitere Kenngrößen bezieht sich auf die Sicherheit. Manche Festplatten sind beispielsweise:

  • passwortgeschützt oder
  • hardwareverschlüsselt

So genießen Ihre Daten zusätzlichen Schutz.
 

Netzwerkfestplatten

Besondere Festplatten, so genannte Netzwerkfestplatten, können außerdem genutzt werden, um ein Netzwerk aufzubauen. Eine andere Bezeichnung für Netzwerkfestplatten ist NAS (Network Attached Storage).
Netzwerkfestplatten sind optimal für den Bürobedarf und die ideale Lösung für Benutzer, die ihre Daten in ihrem Geschäfts- oder Heimnetzwerk für mehrere Geräte (und Personen) zeitgleich zugänglich machen möchten. Diese Vernetzung erfolgt über einen Router (z. B. Fritz!Box). In unserem Online-Shop können Sie Netzwerkfestplatten mit unterschiedlicher Speicherkapazität und weiteren Zusatzanschlüssen kaufen.
Über eine Software für Zugriffsrechte lassen sich Daten für diverse Benutzer einfach freischalten oder sperren. Netzwerkfestplatten können die Daten für den Zugriff mehrerer PCs und Notebooks, Smartphones, Tablet-PCs, Spielkonsolen und Fernseher liefern und somit zur Schaltzentrale Ihres Netzwerkes werden.
Unser Tipp: Es gibt auch Netzwerkfestplatten die über verschiedene Zusatzfunktionen verfügen. Diese sind beispielsweise Back-Up-Funktionen, Download-Clients oder Multimedia-Anwendungen.  Hier sollten Sie unbedingt abwägen, ob Sie Zusatzfunktionen von diesem Büroartikel tatsächlich benötigen. Gegebenenfalls verzichten Sie darauf, um Energie zu sparen.

 

 

Einsatzgebiete einer Festplatte

Herkömmliche, externe Festplatten können in vielen Bereichen eingesetzt werden. Sie können beispielsweise verwendet werden, um …

  • Back-Ups Ihrer PC-Daten zu erstellen.
  • den Speicherplatz von PC, Konsole oder Smart-TV erweitern.
  • Dateien langfristig auf der Festplatte zu sichern und so freien Speicherplatz auf dem Endgerät zu schaffen.

 

 

Festplatte oder Cloud?


Neben der Festplatte ist eine weitere, beliebte Möglichkeit, ein Back-Up zu erstellen, auf cloudbasierte Anbieter zurückzugreifen. Clouds, vor allem die, die auf Drittanbieter, wie Google oder Dropbox, zurückgreifen, haben verschiedene Vor- und Nachteile.

Vorteile:

  • Häufig bis zu einer gewissen Größe kostenlos
  • Leichte Dateifreigabe – so können mehrere Personen zeitgleich an einer Datei arbeiten
  • Schnell und einfach einzurichten
  • Kein weiteres Gerät notwendig

Nachteile:

  • Nur bedingt sicher, unerlaubter Zugriff möglich
  • Dateien, die versehentlich gelöscht werden, sind meist auch aus der Cloud gelöscht
  • Abhängig von der Geschwindigkeit der Internetverbindung – diese ist maßgebend für die Geschwindigkeit der Datenübertragung

Auch externe Festplatten haben ihre Vor- und Nachteile, die für bzw. gegen sie sprechen.

Vorteile:

  • Keine Internetverbindung notwendig
  • Einfach und kostengünstig
  • Prinzipiell sehr sicher vor ungewollten Zugriffen

Nachteile:

  • Kann zerstört oder geklaut werden

Jede der Technologien hat eigene Vor- und Nachteile. Als Faustregel gilt auch beim Back-Up: ‚Einmal ist keinmal!‘, denn auch eine Festplatte kann verloren gehen, so wie ein Cloudserver abstürzen kann. Sinnvoll ist es deshalb, auf mehrere Technologien zu setzen: Sichern Sie Ihre Daten beispielsweise auf zwei Festplatten, die sich in zwei verschiedenen Gebäuden befinden oder einmal in einer Cloud und einmal auf einer externen Festplatte, so erhöhen Sie deren Sicherheit deutlich.

 

 

FAQ

Wie entsorgt man Festplatten und USB-Sticks?
Festplatten und USB-Sticks sind Elektrobedarf und werden daher als Elektroschrott bei einer entsprechenden Mülldeponie entsorgt.
In unserem Ratgeber finden Sie übrigens weitere Tipps zur Mülltrennung.

Was passiert, wenn eine Festplatte nicht korrekt ausgeworfen wird?
Jeder kennt es: Kurz am Kabel gezogen, die Festplatte wieder verstaut, schon erscheint auf dem Bildschirm die Warnung, dass der Datenträger nicht korrekt ausgeworfen wurde. Meist fehlen zum korrekten Auswurf nur zwei Klicks – diese sollten Sie unbedingt vor jeder Trennung vornehmen. Denn auch wenn die Übertragung fertig zu sein scheint, können im Hintergrund nach wie vor Prozesse ablaufen. Datenverlust, Programmabstürze oder Ähnliches können die Folge sein. Gerade bei sehr wichtigen Dateien, aber auch um die Funktion Ihrer externen Festplatte nicht zu gefährden, sollten Sie Speichermedien immer korrekt auswerfen.

Was muss ich beachten, wenn ich eine Festplatte an einem Mac und einem Windowsrechner benutzen möchte?

Windows und Mac benutzen unterschiedliche Standardformatierungen. Schließen Sie eine neue Festplatte an einen Rechner, wird diese beim ersten Benutzen in das Standardformat gebracht. Da diese plattformübergreifend aber nicht kompatibel sind, kann dies zu Problemen führen. Wird eine Festplatte für beide Betriebssysteme genutzt, ist das Format ExFAT empfehlenswert. Dieses ermöglicht es auch, Dateien mit mehr als 4 GB auf einmal zu kopieren, was für besonders große Dateien nützlich ist. Um eine Festplatte auf das ExFAT-Format zu bringen, muss sie formatiert werden. Dies können Sie über die Speicherverwaltung Ihres Rechners durchführen. Beachten Sie jedoch, dass bei der Formatierung sämtliche Daten unwiderruflich gelöscht werden. Falls Sie bereits Daten auf der Festplatte haben, die Sie formatieren möchten, sollten Sie diese daher unbedingt auf einem anderen Datenträger zwischenspeichern.