Festplatten

 

Festplattentechnologie - Vergleich HDD vs. SSD

Bei sowohl internen Festplatten (fest im Gehäuse von Notebooks und Rechnern verbaut) wie auch bei externen Festplatten (ähnlich einem USB-Stick zum Speichern von Bilder, Videos oder Sicherheitskopien wichtiger Dokumenten) unterscheidet man im Wesentlichen zwei Technologien: HDDs (engl. Hard Disk Drive) und SSDs (engl. Solid State Drives). Beim Kauf einer neuen Festplatte ist die Wahl der Festplattentechnologie daher die erste Grundsatzfrage.

In unserem Büroartikel-Ratgeber erfahren Sie daher alles Wissenswerte über die beiden Festplattentypen, um Ihnen die Kaufentscheidung zu erleichtern.

 

Unser Leitfaden

 

 

Was ist eine HDD und was ist eine SSD?

  • Hard Disk Drive - grafische DarstellungHard Disk Drives (HDDs) bezeichnen die klassischen Festplatten, die seit vielen Jahren in Rechnern und Notebooks verbaut werden.
    Sie funktionieren vom Prinzip wie ein CD-, DVD- oder Blu-ray-Laufwerk: Ein Lese- bzw. Schreibkopf liest eine mit Daten rotierende Magnetscheibe (Platte) ab, bzw. beschreibt diese.
     
  • Solid State Drive - grafische DarstellungSolid State Drives (SSDs) sind eine neuere Entwicklung, die sich seit einigen Jahren zum neuen Standard-Speicher entwickeln.
    SSDs sind im Gegensatz zu HDDs technisch völlig anders aufgebaut: Sie bestehen nicht aus beweglichen, mechanischen Bauteilen, sondern aus Speicherchips.
    Sie können in ihrer Funktionsweise daher mit einem USB-Stick verglichen werden. Genau genommen können sie auch nicht als „Festplatte“ bezeichnet werden, da es keine sich drehende Platte oder Scheibe mehr gibt. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist der Begriff dennoch üblich.

Von ihren technischen Unterschieden abgesehen, ähneln sich SSDs und HDDs jedoch in ihrer optischen Form. Das ermöglicht einen einfachen Austausch in Rechnern.

 

Vorteile einer HDD und Vorteile einer SSD

SSD und HDD

 

Die Vorteile einer HDD

  • Kosten
    Klassische Festplatten (HDDs) sind bei gleicher Speicherkapazität wesentlich günstiger.
    Der Unterschied wird vor allem bei hohen Speicherkapazitäten deutlich, denn dann sind SSDs extrem teuer. Deshalb sind die meisten Notebooks oder PCs, die über einer hohe Speicherkapazität verfügen, in der Regel mit einer HDD ausgestattet, um den um den Gesamtpreis des Gerätes niedrig zu halten. Die Preise für SSDs sinken jedoch stetig.
  • Speicherkapazität
    HDDs sind mit Speicherkapazitäten bis zu 6 TB und mehr erhältlich. Auf Grund des hohen Preises sind SSDs jedoch nur zwischen 64 GB und 1 TB Speicherkapazität üblich.
  • Lebensdauer
    Die Lebensdauer von HDDs gilt als länger. Bei SSDs können die einzelnen Speicherzellen nämlich nicht unbegrenzt oft neu überschrieben werden. Vom Hersteller werden etwa 5.000 bis 10.000 Schreibvorgänge (je nach Modell) garantiert. Ein Controller auf der Festplatte sorgt daher dafür, dass die einzelnen Sektoren auf dem Chip gleichmäßig genutzt werden und nicht immer nur die gleichen, ersten Speicherzellen neu beschrieben werden.
    Praxistests zeigen jedoch, dass die Lebensdauer von SSDs mit denen von HDDs vergleichbar ist. So können auch SSDs durchaus mehrere Millionen Schreibvorgänge ohne nennenswerte Schäden überstehen – auch solche, die immer wieder den gesamten Speicher vollschreiben und die Lebensdauer extrem beanspruchen. Die Hersteller vermeiden es dennoch, eine längere Garantie zu geben.
  • Datenrettung
    Grundsätzlich kann ein Festplattendefekt und ein damit verbundener Datenverlust jederzeit und bei jedem Festplattentyp passieren. Eine Garantie, dass alle Daten wiederhergestellt werden können, gibt es weder bei Hard Disk Drives noch bei Solid State Drives. Regelmäßige Backups, d. h. Sicherheitskopien aller wichtigen Daten, sind daher unbedingt notwendig.
    Trotzdem ist es bei einem Festplattendefekt wesentlich schwieriger und zeitaufwändiger, die auf einer SSD gespeicherten Daten zu rekonstruieren – oftmals sogar ohne Erfolg. Das liegt zum einen daran, dass die Daten auf SSDs in kleine Teile gestückelt werden, die vom Controller auf viele Speicherchips verteilt werden. Zudem gibt es über die Chips sowie ihre Lese- und Schreibverfahren meist keine Anleitung und, anders als bei HDDs, ist bei SSDs der Einsatz der einzelnen Chips und Bauteile nicht einheitlich.
    Einige Controller speichern Daten zudem nach einer herstellerprogrammierten Verschlüsselung ab, für die es ebenfalls keine Dokumentationen gibt. So ist es auch professionellen Datenrettern nicht möglich, die Daten zu dekodieren und zu retten.

 

Die Vorteile einer SSD

  • leiser bzw. geräuschlos
  • es kommt kaum zu einer Wärmeentwicklung
  • wesentlich schneller beim Lesen von Daten, d. h. vor allem große Programme wie das Betriebssystem arbeiten wesentlich schneller (meist auch schneller beim Schreiben von Daten)
  • deutlich robuster bei Stößen. Bei HDDs kann es bei Stößen passieren, dass der Lese-Schreibkopf auf die mechanische Platte stößt und eines von beiden oder beide Bauteile beschädigt. Die Platte ist dann meist unbrauchbar. Da bei einer SSD keine meschanische Bauteile verwendet werden, ist diese wesentlich stabiler, was Stöße angeht. Vor allem in Notebooks werden SSD-Platten gern benutzt.

Weitere Vorteile, die vor allem für Notebooks interessant sind:

  • z. T. stromsparender, inzwischen gibt es jedoch auch sehr sparsame HDDs
  • besonders dünn und leicht

Diese Vorteile haben Solid-State-Drives ihrer Bauweise als Halbleiterspeicher zu verdanken: Da hier nur Stromsignale übermittelt werden und keine mechanischen Teile (Elektromotor, Zahnräder, Magnetscheibe, …) in Bewegung versetzt werden müssen.

 

 

Die Vorteile beider Technologien nutzen

Inzwischen gibt es auch Solid-State-Hybridfestplatten (SSHD). Diese verbinden die Vorteile der beiden Technologien.

Alternativ werden zum Teil auch eine SSD und eine HDD in Rechnern verbaut. Dabei ist das Betriebssystem auf einer relativ kleinen (weil teuren) SSD installiert, auf der vom Nutzer – je nach Speicherkapazität – auch noch weitere große und rechenintensive Programme installiert werden können. Diese arbeiten somit zuverlässig schnell, ohne dabei eine große Geräusch- oder Wärmeentwicklung hervorzurufen.

Die vergleichsweise deutlich günstigere HDD verfügt in der Regel über wesentlich mehr Speicherkapazität und kann somit für alle üblichen Programme, wie z. B. Office Programme, sowie als Speicherplatz für Dokumente, Bilder, Videos, Musik, etc. verwendet werden.

 

Weitere Fragen?

Wenn Sie noch weitere individuelle Fragen zu Festplatten haben, können Sie sich auch gerne an unser office discount Kundenberatungscenter wenden!

 

Schon gewusst?

Die erste HDD wurde 1956 mit einer Speicherkapazität von 5 MB entwickelt (was etwa 5 Fotos entspricht) und wog dabei etwa eine Tonne. In den 80er Jahren erreichte man bereits eine Speicherkapazität von 200 MB, in den 90ern bereits 1 GB. Seit 2007 sind Festplatten mit 1 TB erhältlich – was heute wiederum schon längst keine Besonderheit mehr ist.